
Chroma
Farben der Zeit - Textilfärbung durch Metalloxidation
2017
Metall trägt die Spuren seiner Umgebung. Sauerstoff, Feuchtigkeit und Zeit verändern seine Oberfläche und lassen Farbschichten entstehen, die von den Bedingungen ihres Entstehungsortes erzählen. Besonders an Orten, die der Natur überlassen wurden, werden diese Prozesse sichtbar und verwandeln das Material langsam über Jahre hinweg.
Ausgangspunkt dieser Arbeiten ist die Beobachtung solcher Veränderungen. In einem experimentellen Verfahren werden Metalle gezielt oxidiert und die entstehenden Farbstoffe auf Textilien übertragen. Die Ausbreitung der Farben folgt dabei natürlichen Gesetzmäßigkeiten wie dem Kapillareffekt und den Prinzipien der Chromatographie.
Einige der Farbschichten reagieren weiterhin auf ihre Umgebung und verändern sich mit Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Die Arbeiten bleiben dadurch offen für Wandel und Entwicklung. Sie markieren keinen Endzustand, sondern einen vorübergehenden Zustand innerhalb eines fortlaufenden Prozesses.
Farben der Zeit



Künstliche Patina

Textilfärbung durch Metalloxidation

Die aus der Reaktion von Substanzen mit Metall entstehenden Salze können in Form von Kristallen oder gelöst in Flüssigkeiten entwickelt und weiterverarbeitet werden. Neue Möglichkeiten ergeben sich durch die direkte Erzeugung der Salze auf einem textilen Trägermedium. Sobald ein Textil in unmittelbarer Berührung mit einem Metall steht, das mit einer Substanz reagiert, wird das entstehende Salz von der Textilfaser aufgenommen und weiter transportiert. Die dabei entstehende Farbe und Musterung bilden sich in Abhängigkeit von Umwelteinflüssen, Platzierung, Art und Menge des Metalls auf dem Textil, der Weise und Dauer der Auftragung der mit dem Metall reagierenden Substanz und der Faserbeschaffenheit des Textils.












